Referenzen
Vom biogenen Reststoff zur marktfähigen Innovation
Von der ersten Materialprobe bis zur Pilotanwendung begleiten wir unsere Kunden und Partner bei FRENVI-Materials systematisch entlang des gesamten Innovationsprozesses. Durch Laboranalysen, technische und wirtschaftliche Bewertungen sowie iterative Prototypenentwicklung identifizieren wir gemeinsam mit unseren Partnern Anwendungen mit hohem Wertschöpfungspotenzial und bereiten diese gezielt auf die Markteinführung vor.
Unsere Projektpartner







Referenzprojekte
TEEBAU
Bei der Herstellung von Tee-Extrakten, welche zum Beispiel in der Eisteeproduktion eingesetzt werden, entsteht ein Reststoff, der Teetreber. Und auch wenn der Tee keine heimische Pflanze ist, wird das Konzentrat in industriell relevanten Mengen auch im süddeutschen Raum hergestellt. Dabei müssen zehntausende Tonnen Treber jedes Jahr entsorgt werden. Dies verursacht Kosten und auch Emissionen.
Wir haben uns gefragt: Wie können wir diesen Rohstoff wertschöpfend stofflich weiter nutzen? Gleichzeitig sucht die Baubranche stets nach Wegen klimafreundlicher zu werden. Der Bausektor hinkt den Klimazielen hinterher, alternative Baustoffe werden dringend benötigt.
Unsere Idee: Beide Branchen zu verbinden und so mit dem Entsorgungsproblem der einen Branche einen Bedarf der anderen zu decken.
Anfangs war geplant Dämmstoffe zu entwickeln. Eine detaillierte Kosten- und Marktanalyse, sowie validierende Interviews mit Expert*innen aus dem Bereich, wie Architekt*innen, Generalunternehmern, Bauexperten und Fertighaushersteller, zeigten allerdings einen anderen Kundenwunsch: Trockenbauplatten für den Innenausbau als potentieller Ersatz für Gipskarton.
Durch unser iteratives Vorgehen konnten wir dann die Prototypen- und damit auch die Verfahrensentwicklung anpassen. So konnten wir letztendlich ein Produkt entwickeln, das wirklich gebraucht wird.
Begleitet wurde die Verfahrensentwicklung durch eine Umweltanalyse nach ISO 14040/44. Aus dem hochfeuchten Reststoff nach der Teeextraktion wurde so ein marktnaher Prototyp, der durch Verbauversuche und Materialtests bei dem Projektpartner Vision Domes und in einem Sanierungsprojekt der GBG Wohnen Mannheim in der realen Umsetzung getestet und validiert wurde.
Gefördert wurde das Vorhaben durch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Projektpartner waren die Vision Domes GmbH, die Universität Hohenheim (Fachgebiet Konversionstechnologien nachwachsender Rohstoffe) und die bwcon gGmbH.
Für diese Entwicklung wurde die FRENVI Ende 2025 mit dem Bioökonomiepreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.
DIGI BIORAFF
Gemeinsam mit der Hochschule Biberach durften wir die Biomasse Biertreber, ein Reststoff der Bierherstellung, genauer für eine wertstoffliche Nachnutzung untersuchen.
Dabei wurde eine Doppelnutzung für diesen hochfeuchten Reststoff mit einem Wassergehalt von etwa 80 % entwickelt. Das mineralstoffreiche Presswasser wurde als Nährmedium für die Zucht von Spirulina-Algen, einer ernährungsphysiologisch sehr wertvollen Alge für Nahrungsergänzungsmittel, im Biophotoreaktor verwendet.
Die Fasern wurden in die essbaren Löffel (EATlery®) der FRENVI eingearbeitet, um dort Weizen zu ersetzen. In Kombination sollte diese höchste Form des REuse-Gedanken (Reststoff der Lebensmittelindustrie zu neuen Lebensmitteln) zu einer drastischen Reduzierung der Treibhausgasemissionen führen, indem Anbaufläche für Weizenmehl eingespart wird und mineralische Nährstoffe aus dem Bergbau durch den Biertreber ersetzt werden.
Deshalb wurde auch dieses Projekt durch eine Umweltanalyse nach ISO 14040/44 in iterativer Weise validiert und die Erkenntnisse daraus immer wieder in die Produkt- und Verfahrensentwicklung zurückgespielt.
Am Ende war das Mundgefühl der Biertreber-Löffel für die Kunden der FRENVI nicht so angenehm, als bei den originalen EATlery®-Produkten. Dennoch wurde das Projekt zu einem Erfolg. Statt Biertreber-Löffel, werden nach dem Einarbeiten des Kundenfeedbacks nun Biertreber-Cracker, CrackerPlus, hergestellt.
Gefördert wurde diese Projekt mit Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg.
InnoLig+
Bei der Ernte von Getreide wird das Stroh heutzutage meist nicht mehr stofflich genutzt.
Dabei ist auch dieses Stroh eine wertvolle Ressource und kann zum Beispiel zu Zellstoff für hochwertige Papieranwendungen weiterverarbeitet werden.
So wird ein bisher ungenutzter Nebenproduktstrom inwertgesetzt und gleichzeitig Holzzellstoff eingespart, was unsere Wälder und Forste schont.
Die Essity Operations Mannheim GmbH hat hierfür ein technisches Verfahren entwickelt. Dabei entsteht aber nicht nur Zellstoff, sondern auch ein wahrer „Schlafender Riese“ der Bioökonomie, das Lignin.
Gemeinsam mit der Essity entwickeln wir Ideen das InnoLig+-Lignin zu weiteren wertvollen biobasierten und nachhaltigen Produkten zu veredeln, zum Beispiel im Bereich Bindemittel.




CTC3DF-Technologieplattform
Wir hören nicht bei Prototypen, Laborstudien und Konzepten auf, sondern unterstützen bis in die technische Realisierung und Verfahrensentwicklung.
Ein Beispiel dafür ist ebenfalls ein neues Produkt der FRENVI, der Cookie Cup, ein essbarer Dessert- und Kaffeebecher.
Nachdem die Rezepte entwickelt und erste Prototypen gebacken wurden, haben wir das technische Verfahren für eine skalierbare, industrielle Produktion ausgearbeitet und die gesamte Prozess-, Verfahrens- und Wertschöpfungskette aufgesetzt.
Dabei wurde auch ein neues Verpackungsdesign entworfen, das den Bruch der essbaren Becher beim Transport verhindert und trotzdem eine kostengünstige Logistik ermöglicht.
So bilden wir das gesamte Spektrum ab: Von kleinen, schnellen und kostengünstigen Labor- und Technikumsversuchen, bis zum detailed engineering für die industrielle Herstellung der entwickelten Produktideen.
Sie möchten wissen, welches Potenzial in Ihren Reststoffen steckt?
Dr. Markus Götz
Leiter Forschung und Entwicklung
Sie haben biogene Reststoffe und möchten Teil einer nachhaltigen Wertschöpfungskette werden? In einem kostenlosen Beratungsgespräch finden wir gemeinsam eine Lösung.

















